Quartett
Wunderbarste poetische Szenen am Ende. Alle Wunden sind geschlagen, und doch tanzen sie über der wüsten Bühne auf der (Video-)Wand endlicher Flüchtigkeit den wehmütigen Walzer des Lebens. Mit eisigem Feuer wird die Gratwanderung zwischen gefühlskaltem Intellekt und ausbrechender Leidenschaft zelebriert. Stück und Inszenierung werden polarisieren: ein starkes Stück mit starken Darstellern in starker Regie.Jörg Loose : Volksstimme Halberstadt
Die Videosequenzen bauen immer wieder eine zweite Welt, die als Variante der ersten interpretiert werden kann und über diese hinausdeutet. Musik von Arvo Pärt bis Elvis Presley stiftet eine attraktive ästhetische Konstante. So gestaltet Kreutzfeldt am Ende einen emotionalen Höhepunkt und ein ausdrucksvolles Bild: Die Darsteller stehen Seite an Seite, in Unterkleidern wirken sie wie die ersten Menschen, ausgesetzt in der Unendlich- und Unerbittlichkeit der Zeit. Nun bekommen sie ihre Versäumnisse vorgerechnet, und der Bunker nach dem dritten Weltkrieg realisiert sich als Vision.
Die Botschaft: Die Unmoral der Eliten signalisiert nicht lediglich den Verfall eines bestimmten Herrschaftssystems, sondern die Zerstörung der Zivilisation.
Gisela Begrich : Volksstimme Magdeburg