William Shakespeare
Othello
Shakespeare hätte seine Freude an dieser unglaublich lebendigen, emotional aufgeladenen, intensiven Inszenierung gehabt. In der Rolle des Jago liefert Thorsten Köhler als mephistophelischer Verführer und Seelenvergifter eine schauspielerische Glanzleistung ab. Ein Parforce-Ritt hinab in die Abgründe des Menschen. Beeindruckend auch Henry Klinder als Othello. Er winselt, fleht, droht, zweifelt, weint und wütet mit großer psychischer und physischer Präsenz.Jens Niggemeyer : SN
In einem universellen Raum, der Truppentransporter oder kosmisches Flugobjekt assoziiert, und der zwischen den puren Sternen und dem Mond verortet ist, handelt Kreutzfeldt (auch Ausstattung) ab, wohin der Anspruch auf Gerechtigkeit im Leben führen kann. Zu den stärksten Szenen des Abends zählt: Henry Klinder als Othello verharrt schweigend auf der Vorbühne, aber mit seiner dosierten Mimik macht er sichtbar: Das Gift der Eifersucht beginnt, seine ganze Persönlichkeit zu zerstören.
Der Regie gelingen beeindruckende Bilder und frappante Aussagen, vor allem, wenn Pausen mit dramaturgischer Bedeutung den brillanten Rhythmus der Aufführung krönen. Eine vorzügliche Inszenierung des Spiels um tödliches Mißtrauen.
Gudrun Wolf : Volksstimme Magdeburg
Der volle Mond macht das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Fünf Leichen liegen am Ende auf der Bühne, und der schwer verletzte Jago kauert wie ein angeschossenes Tier am Boden. Die Zuschauer wurden mit einer intensiven und überaus sehenswerten Aufführung belohnt.
Stephan Hespos : Braunschweiger Zeitung