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William Shakespeare

Kaufmann von Venedig

Shakespeare hat ein hasserfülltes gängiges Muster seiner Zeit verarbeitet. Hier und heute muss es vor unserer Vergangenheit gelesen werden. Und da bleibt es ein Schock, auch wenn Malte Kreutzfeldt eine phantastische Inszenierung geliefert hat und kein Zerrbild des geldgierigen Juden, der als Pfand für sein verliehenes Geld ein Pfund vom Fleisch seines Gegners fordert. Eine eindringliche Studie einer starken, aufrechten, unter der Bösartigkeit ihrer Umgebung und der Demütigung gnadenlos gewordenen Persönlichkeit.

Malte Kreutzfeldt hat das ganze schwierige Konglomerat dem Alltäglichen entrückt in eine traumatische Atmosphäre, was Shakespeare sehr entspricht und dem heutigen Theatergänger ein echtes Theatererlebnis beschert. Kein Nachspiel von Wirklichkeit, sondern Theater als authentisches Leben. Das fordert den Zuschauer in anderer Emotionalität und Intensität.

Carolin Hermann