William Shakespeare

Hamlet

Regisseur Malte Kreutzfeldt und das Ensemble legten die Strukturen einer maroden Monarchie frei und zeigten die bedrückende Aktualität der Tragödie um Liebe und Politik. Was William Shakespeare als Tragödie um verlogene Strukturen und Brudermord am Hofe schrieb, spiegelt sich heute in einer schlampigen, koksenden Gesellschaft voller Doppelmoral. Der Preis der Wahrheit sind viele Morde.

Petra Sandhagen : Braunschweiger Zeitung

Hamlet (Denis Larisch) begegnet dem Geist seines ermordeten Vaters als innere Stimme. Die schlägt an, wenn das Klavier selbstspielend Satie intoniert. Und von nun an beginnt die Geschichte zu schweben! Die Szenen zwischen Hamlet und seiner Mutter geraten zu Liebesszenen bizarrer Art. Sie zitieren geheimnisvoll den Inzest und sind wunderbar in ihrer versteckten Verruchtheit. Am Ende dann alle Türen rausgerissen. Die Welt offenbart sich in grausamer Nacktheit. Wo einst Small-Talk, Nikotin, Alkohol und dezente Unterhaltung dominierten, durchweht der bloße Weltraum die Szene.

Gudrun Wolf : Volksstimme Magdeburg